Sonntag, 5. Januar 2014

Als wär's ein Rythmus, als gäb's ein Lied, das mich immer weiter durch die Straßen zieht.

Hallo ihr Lieben,

was ich an San Francisco, unserem vierten Stopp auf unserer USA-Tour, nicht mag: die Hügel.
Was ich an San Francisco mag: alles andere.
Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll: beim Wetter? bei den Menschen? bei der Stadt selbst?

Also von vorne. Als Anna und ich am Donnerstag das Flughafengebäude des San Francisco International Airport verließen, schlug uns der kalifornische "Winter" entgegen. Winter in Anführungszeichen, weil es hier jeden Tag bisher rund 20 Grad hatte und die Sonne sich jeden Tag von ihrer besten Seite zeigte. Nachdem ich über zwei Monate lang das Haus (bis auf wenige Ausnahmen) nur verlassen konnte, wenn ich in meine Winterjacke, Mütze und Schal eingemummt war, reicht hier meine Lederjacke völlig aus. Ich habe das Gefühl, dass sich mein Körper physisch nach Sonne gesehnt hat, denn sobald wir hier in San Francisco angekommen waren, ging es meiner Erkältung urplötzlich besser. Außerdem sind Städtetrips so viel schöner, wenn es warm ist und die Sonne scheint - man kann sich einfach durch die Straßen treiben lassen oder einfach am Meer sitzen und den Tag genießen. Gestern, am 4. Januar (!), hatte ich sogar schon mein erstes Eis des Jahres (das übrigens wirklich lecker war). Okaaay, ich gebe zu, mit dem letzten Satz möchte ich euch ein bisschen eifersüchtig machen ;-)

1. Eis des Jahres.


Am Freitag, unserem ersten Tag hier, haben wir erst Mal das Wahrzeichen von San Francisco besucht, die Golden Gate Bridge. Ich muss sagen, dass ich weniger beeindruckt war, als ich gedacht habe. Klar, die Brücke ist ziemlich cool, aber irgendwie hätte ich gedacht, dass sie mehr Eindruck auf mich machen würde. Trotzdem haben wir natürlich (ganz touri-like) gefühlte 1000 Fotos von ihr gemacht. Außerdem sind wir auch über die Brücke drübergelaufen. Von einem Amerikaner an der Touristen-Info wurden wir gewarnt, dass das Überqueren der Brücke sehr viel "time and effort" erfordert. Normalerweise würde ich mich davon schon leicht abschrecken lassen, aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass Amerikaner keine fünf Meter laufen, wenn sie stattdessen auch ihr Auto benutzen können - von daher haben wir uns unerschrocken an die Überquerung gemacht. Der Amerikaner hatte zwar Recht, dass es ein wenig dauert, bis man die 2.737 Meter lange Brücke überquert hat (was unter anderem daran liegt, dass wir a) natürlich auf der Brücke nochmal ein paar *hust* Fotos gemacht haben und b) ständig irgendwelchen Fahrradfahren ausweichen mussten, da sich Fußgänger und Radfahrer einen Weg teilen müssen), aber anstrengend war es absolut überhaupt nicht.

Darf ich präsentieren...

... die berühmte Golden Gate Bridge.

Erst mal noch von weiter weg bedrachten,

und dann war ich auch schon oben.
Die Höhe muss natürlich auch erst mal abgecheckt werden
(es sind 67 Meter).

Die Brücke gilt als einer der populärsten Plätze für Suizid
- deshalb gibt es hier mehrere Crisis Counseling Telefone.


Wieder unten.

Ein letzter Blick auf die Brücke.

Anstrengend wurde es dann erst, nachdem wir nach dem Besuch der Golden Gate Bridge ein bisschen Downtown San Francisco erkunden wollten. Die Straßen sind hier nämlich so steil und hügelig - ständig geht es hoch und dann wieder runter, nur um nach der nächsten Straßenkreuzung wieder hoch zu gehen. Ich glaube, hier mit einer Gangschaltung Auto zu fahren ist ziemlich horrormäßig (nicht, dass das hier irgendjemand tatsächlich tun würde - hier fahren 99% der Leute nämlich ein Automatik-Auto).

Hier lässt sich vielleicht erahnen, wie steil die Straßen hier sind.
 
Was hier ein bisschen deplaziert wirkt, ist die ganze Weihnachtsdeko. Es gibt einen äußerst großen, äußerst stark beleuchteten Weihnachtsbaum mitten in der Stadt, Weihnachtsdekorationen finden sich an jedem Schaufenster wieder und es gibt sogar eine Eislaufbahn (warum jemand bei 20 Grad und strahlendem Sonnenschein Eislaufen sollte, verstehe ich auch nicht so ganz, aber der Andrang an den Eislaufbahnen scheint immer relativ groß zu sein).

Auch weihnachtlich beleuchtete Palmen sind hier ziemlich beliebt.

Am Samstag haben wir dann gerade weiter mit unserem Touri-Programm gemacht. San Francisco ist ja sehr bekannt für seine Cable Cars - deshalb wollten wir das natürlich auch mal ausprobieren. Das Ganze ist auch ziemlich abenteuerlich, weil die Cable Cars offen sind und man sich nicht irgendwie anschnallen kann. Wenn man ganz mutig ist, kann man sich auch außen auf das Cable Car stellen - Anna und ich haben aber Sitzplätze bevorzugt. Dadurch, dass die Straßen so steil sind und es ständig auf und ab geht, ist Cable Car fahren ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt - nur nicht ganz so schnell (obwohl ich gedacht hätte, dass die Cable Cars vieeel langsamer sind als sie tatsächlich waren).

Sitzplatz im Cable Car (da, wo ich gerade meinen rechten Fuß
habe, kann man sich auch während des Fahrens stellen).

So sieht ein Cable Car im Ganzen aus.

Das Cable Car hat uns zur Fisherman's Wharf, dem historischen Hafenviertel von San Francisco, gebracht. Hier konnte man super viel sehen - von traditionellen Krabben-Verkaufsständen über eine riesige Spielhalle mit allen erdenklichen Spielautomaten bis hin zu einem Kriegsschiff und einem U-Boot aus dem zweiten Weltkrieg. Außerdem haben wir einen Blick auf das berühmt-berüchtige Alcatraz werfen können.

Angekommen an der Fisherman's Wharft.

Riesen-Krabben, eine lokale Spezialität hier.

Alcatraz.

Ich genieße die Sonne am Meer :)

Von der Fisherman's Wharft sind wir dann zum Pier 39 gelaufen. Das ist hier unter Touristen ziemlich berühmt, weil es hier alle möglichen Restaurants und Souveniershops gibt. Mir haben aber die Seehunde besser gefallen: die sonnen sich nämlich direkt am Pier 39, wenn sie nicht gerade im Wasser schwimmen und spielen.

Seehunde chillen in der Sonne.

Anna und ich mit den Seehunden.

Nachdem wir Little Italy erkundet und dort total lecker zu Mittag gegessen haben, sind wir noch zum Ferry Gebäude gelaufen. Von dort konnten wir dann auch die San Francisco Bay Bridge sehen - als wir am Donnerstag hier im Dunkeln vorbeigefahren sind, haben wir die erst mal mit der Golden Gate Bridge verwechselt. Jetzt wissen wir aber, dass die Golden Gate Bridge nur zwei Brückenpfeiler hat, während die San Francisco Bay Bridge von drei Pfeilern gestützt wird.

Im Hintergrund die San Francisco Bay Bridge.
Unseren Sonntag haben wir ziemlich gemächlich verbracht - inzwischen sind wir von der Herumreiserei ziemlich geschafft und wir merken selbst, dass es so langsam Zeit wird, einfach nach Hause zu fliegen und zu entspannen. Zuerst wollten wir SoMa erkunden, ein Stadtteil von San Francisco, der angeblich ziemlich hip ist. Dieser Eindruck hat sich für uns allerdings nicht wirklich bestätigt - man sah außer Obdachlosen kaum Menschen auf den (beinahe schon heruntergekommenen) Straßen. Und überall hat es nach Pipi gerochen! Deshalb haben wir uns entschlossen, an den Pazifischen Ozean zu fahren und ein bisschen durch den Golden Gate Park zu laufen. Allerdings haben wir schnell aufgegeben, da der Park über fünf Kilometer lang und damit sogar größer als der Central Park in New York City ist. Anschließend sind wir noch ein bisschen durch Chinatown gelaufen. Ich haben den Eindruck, dass in San Francisco wirklich viele Menschen mit asiatischen Wurzeln leben. Die Durchsagen im Bus werden hier sogar erst auf Englisch und dann anschließend auf Chinesisch gemacht (sogar die obligatorische spanischsprachige Durchsage kommt hier erst nach Chinesisch).

Der Pazifische Ozean :)

Barfuß am Strand.

Golden Gate Park.
Windmühle im Golden Gate Park.

Chinatown

Morgen gehts dann auch schon wieder weiter. Wir werden nämlich den Highway 1, der für seine angeblich total schöne Landschaft und Blicke aufs Meer berühmt ist, in Richtung Los Angeles runterfahren. Obwohl ich mich darauf freue, werde ich San Francisco vermissen.

I love San Francisco :)
xx,
Lisa

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