Sonntag, 29. Dezember 2013

Und sie träumt von Chicago..

Hallo ihr Lieben,

viele Grüße aus Chicago! Die Stadt ist sehr schön und viel ruhiger und gechillter als New York. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass es hier im Winter ziemlich kalt werden kann. Temperaturen zwischen -20°C und -30°C sind hier anscheinend keine Seltenheit und wir wurden von mehreren Seiten (unter anderem von meinem bescheuerten New Yorker Zahnarzt) für verrückt erklärt, im Dezember nach Chicago zu reisen. Da der Flug aber nun mal schon gebucht war, gab es kein Zurück mehr. Und ich muss sagen, dass ich das nicht bereut habe. Die "Windy City" hat sich nämlich mit klarem Himmel, strahlendem Sonnenschein und moderaten Temperaturen zwischen -7°C und +10°C von ihrer charmantesten Seite gezeigt.

Elli und ich genießen dick eingepackt den Chicagoer Winter.

Doch bis wir erst einmal in Chicago angekommen sind, hatten wir ein kleines Drama hinter uns. Wir hatten zwar schon Mittwochs für unsere Flüge eingecheckt und sind Donnerstags dann auch überpünktlich zum Flughafen aufgebrochen, doch am JFK Airport angekommen, hat uns schon eine Hiobsbotschaft erwartet: unser Flug nach Washington (dort hätten wir umsteigen müssen) wurde gecancelt. Mich hat zwar schon immer interessiert, was in so einem Fall passiert, aber am eigenen Leib hätte ich es dann doch nicht unbedingt erfahren müssen. Immerhin war United nicht komplett unfähig und hat uns auf einen anderen Flug nach Chicago umgebucht. Der Vorteil an der Sache: der neue Flug war ein Direktflug und dadurch viel schneller am Ziel. Der Nachteil an der Sache: unser neuer Flug ging nicht von JFK, sondern von La Guardia, und das schon früher als unser Originalflug. United hat uns dann aber glücklicherweise blitzschnell einen Fahrer organisiert, der uns innerhalb von 25 Minuten von Brooklyn nach Queens gebracht hat und nach ein wenig Verwirrung bei der Gepäckaufgabe haben wir unseren Flug auch noch pünktlich geschafft.

In Chicago angekommen, haben wir es auch schnell und unproblematisch zum Hostel geschafft (auch wenn wir ein wenig über die Fahrkartenautomaten verwundert waren - die geben hier nämlich prinzipiell kein Wechselgeld?!). Das Hostel ist ziemlich schön (mit Parkettboden in den Zimmern) und ziemlich sauber. Wir hatten Glück und haben zu dritt ein 9-er Zimmer bekommen, sodass wir ziemlich viel Platz für unsere Habseligkeiten hatten. Außerdem gibt es hier ein Pancakes-Frühstück, womit wir alle ziemlich glücklich waren.

Am Freitag hatten wir zuerst leichte Orientierungsschwierigkeiten, aber nach ein bisschen Suchen haben wir dann den Lake Michigan gefunden. Der See ist so groß, dass man nicht mal das andere Ufer (in diesem Fall Kanada) sehen kann und war teilweise zugefroren, was ziemlich cool aussah.


Panorama Foto vom Lake Michigan.

Chillen am zugefrorenen See.

Ich am zugefrorenen Lake Michigan.


 
Winter in Chicago.

Lake Michigan im Hintergrund.

Danach waren wir an einem typischen Wahrzeichen von Chicago, der silbernen Bean, in der sich alles spiegelt, was sich in der Umgebung befindet.

Die berühmte Bean.

Spiegelung.

Ich vor der Bean.

Elli und ich vor der Bean.

Das Innere der Bean.

Selfie in der Bean.

Gruppenfoto :)

Natürlich sollte auch die Bildung nicht zu kurz kommen und deshalb waren wir anschließend im Chicago Cultural Center. Da haben wir uns ein paar Ausstellungen angeschaut und haben auch ein Brautpaar gesehen, das da gerade seine Hochzeitsfotos gemacht hat.

Der Bull der Chicago Bulls.

Decke des Cultural Centers.

Hochzeit im Cultural Center (Copyright: Ellen Fritz ;-) ).

Den Rest des Tages haben wir in der Magnificent Mile verbracht, einer großen Einkaufsstraße, und sind da ein bisschen rumgebummelt.

Shopping :)

Danach haben wir den ersten kleinen Flop auf der Reise erlebt. Wir haben uns nämlich zum Abendessen mit ein paar von Annas Freunden von der SCSU verabredet. Das Restaurant sah auch ziemlich schön aus. Der erste Schock kam dann beim Bestellen. Der Kellner eröffnete uns, dass das Essen hier mit seinen Mitmenschen am Tisch geteilt werden muss und dass das Essen daher auch nicht gleichzeitig, sondern nacheinander serviert wird (wir waren uns danach einig, dass dieses Konzept nur eingeführt wurde, weil die Küche es nicht fertig bringt, die Gerichte gleichzeitig zu kochen). Ich mag Menschen und ich würde mich selbst auch nicht als geizig bezeichnen. Aber ich mag auch mein Essen. Und wenn ich Hunger habe, möchte ich bitte mein Essen nicht teilen. Und ich hatte Hunger. Aber zum Glück haben das alle so gesehen und wir haben beschlossen, dass trotzdem jeder sein eigenes Essen bestellt und isst. Soweit, so gut. Bis der Kellner dann die Gerichte brachte. Ich muss sagen, dass meine Pasta wirklich ausgezeichnet war. Aber die Portionen waren so winzig, dass noch nicht mal ein Fünfjähriger davon satt werden würde. Im Nachhinein ist das ganze ganz witzig, aber gestern Abend war ich schon ein bisschen.. verstimmt.

Leicht verstimmt nach dem Essen.

Heute morgen hatten wir geplant, früh aus dem Hostel zu gehen, weil Anna und Elli gerne auf das Skydeck des Willis Towers wollten. Da waren wir gestern schon, aber da war die Wartezeit ewig lang und deshalb haben wir beschlossen, da heute früh hinzugehen. Das "früh" hat natürlich nicht geklappt und so hatten die beiden trotzdem noch eine Wartezeit von zwei Stunden. Ich habe mich aus zwei Gründen entschieden nicht hochzugehen. Zum einen ist der Tower mit über 400 Metern anscheinend das höchste Gebäude der westlichen Hemisphere. Zum anderen hat der Tower Nischen mit Glasböden und das verträgt sich nicht so ganz mit meiner Höhenangst. Deshalb habe ich beschlossen, statt 17$ zu bezahlen und womöglich einen Herzinfarkt zu erleiden, lieber unten zu warten, in der Sonne zu chillen und zu lesen.

Nachdem Elli und Anna wieder unten waren (und mir beide versichert haben, dass das Ganze vermutlich wirklich nichts für mich gewesen wäre), sind wir Mittagessen gegangen. Nach dem Flop vom Freitag Abend wollten wir dieses Mal sicher gehen, dass unser Essen ein Erfolg wird. Deshalb sind wir ins Vapiano. Ich habe mich so darüber gefreut, wieder deutsches Essen zu bekommen, dass ich mir auch gleich noch einen Nachtisch gegönnt habe ;-)

Oookay, eigentlich hatte ich zwei Desserts: Crema di Fragola und Gummibärchen :)

Am Nachmittag stand dann ein Programmpunkt an, den ich mir gewünscht hatte: wir waren im Lincoln Zoo. Der Zoo in Chicago ist nämlich einer der wenigen Zoos, die keinen Eintritt verlangen, was sich mit unseren Voraussetzungen für Ausflüge sehr gut vereinbart hat. Am Anfang waren wir ein bisschen enttäuscht, weil viele Tiere im Winterquartier sind, das man als Besucher nicht sehen kann. Aber dann haben wir doch noch ein paar Tiere gefunden. Der Zoo ist zwar relativ klein und lang nicht so schön wie die Wilhelma, aber hat doch relativ viele Tierarten: von zahlreichen Affenarten über Raubtiere wie Tiger, Leoparden und Löwen hin zu Schildkröten, Krokodilen und Ottern konnten wir alles sehen. Meine Highlights waren aber die Seehunde, denen das kalte Wetter scheinbar gar nichts ausgemacht hat, und die Nacktmulche, die ich vorher noch nie in echt gesehen habe. Alles in allem waren wir uns (d.h. Elli und ich, Anna eher weniger) dann aber schon einig, dass sich der Besuch doch gelohnt hat.

Enthusiasmus am Anfang unseres Zoo Besuchs..

... irgendwann die Frage: wo sind alle Tiere?

Seehund.

Baby-Nacktmulch.

Unsere zwei Tage in Chicago sind jetzt auch schon vorbei und morgen geht es für Anna und mich weiter nach Seattle, während Elli leider schon wieder zurück nach Deutschland fliegt.

xx,
Lisa

Donnerstag, 26. Dezember 2013

Frohe Weihnacht, ich hoffe es geht euch gut.

Hallo ihr Lieben,

ein letztes Mal bekommt ihr heute einen Blog-Eintrag aus New York. Morgen fliegen Anna, Elli und ich nämlich weiter nach Chicago. Auch wenn ich im letzten Eintrag gemeint habe, dass ich mich darauf freue, aus New York rauszukommen, bin ich jetzt doch ein wenig traurig. New York ist mir in der letzten Woche doch ans Herz gewachsen und es ist schade, dass wir schon gehen müssen, obwohl es noch so viel zu sehen gibt. Aber ich werde sicher noch einmal hier her kommen und New York läuft einem ja nicht weg :)

Am Montag war unser Tag ziemlich ruhig. Zum einen hat es in Strömen geregnet, zum anderen mussten Anna und ich in der Wohnung auf den DHL-Menschen warten, der unsere Koffer abholen sollte, um sie nach Hause zu schicken. Ich habe morgens in der Wohnung gewartet, während Anna und Elli beim 9/11 Memorial waren, das ich ja sowieso schon letzte Woche gesehen habe. Danach ist Anna nach Hause gekommen, hat mich abgelöst und ich war ein bisschen mit Elli auf der 5th Avenue bummeln. Der Tag war also recht unspektakulär, aber so ein ruhiger Tag hat uns nach den letzten Tagen, die von Stress geprägt waren (ja, solche Luxusprobleme haben wir hier^^), auch mal schön zwischendrin :)

Das Empire State Building erstrahlt in weihnachtlichen Farben :)

Gestern war dann ja auch schon Weihnachten. Ich muss sagen, dass es sich absolut nicht wie Weihnachten angefühlt hat. Zwar hab ich morgens mit meiner Familie zu Hause geskypt und das letzte Türchen meines Adventskalenders aufgemacht, aber irgendwie hat sich der Tag zunächst einmal gar nicht anders angefühlt als die vergangenen Tage.
Morgens haben wir uns auf den Weg zur Staten Island Ferry gemacht. Die Fähre ist nämlich der günstigste Weg, die Freiheitsstatue aus der Nähe anzuschauen. Leider standen wir auf der Hinfahrt auf der falschen Seite und haben hauptsächlich das Meer und die Skyline von Manhattan und Brooklyn bewundern können. Außerdem haben wir an Bord der Fähre eine neue Freundin gefunden - Bella, eine total süße 2-jährige, die uns während der kompletten Fahrt unterhalten hat. Auf Staten Island angekommen, haben wir gleich auch noch ein paar Fotos von der Manhattaner-Skyline gemacht, was sich aufgrund der Sonne als irgendwie schwieriger als gedacht herausstellte. Auf dem Rückweg mit der Fähre standen wir dann auch auf der richtigen Seite und konnten einen Blick auf die Freiheitsstatue werfen. Im Gegensatz zum Rest von New York ist die Statue of Liberty relativ klein, aber trotzdem sehr hübsch anzusehen. Es war zwar schade, dass wir in der Fähre drin bleiben mussten und nicht nach draußen konnten, um Fotos zu machen, aber trotzdem hat sich der kleine Ausflug gelohnt.

Unser Weihnachtsfrühstück von Dunkin

Ich & die kleine Bella haben Spaß auf der Fähre.

Gruppenfoto vor der Skyline
Gar nicht so leicht, die Augen bei der Sonne offen zu halten..

Elli & ich, Part 1...

... und Part 2.

Blick auf die Statue of Liberty...

...und nochmal näher :)

Danach sind wir zur Wall Street gelaufen, den berühmten Bullen anschauen. Vor (und hinter) dem Bullen sind aber so viele Leute für ein Foto angestanden, sodass wir auf ein Foto mit dem Bullen verzichtet haben - ich meine, es ist letztendlich auch nur eine Tierfigur und wir konnten uns alle nicht so wirklich erklären, warum alle Leute so versessen darauf sind.

Auch der Bulle ist weihnachtlich geschmückt..


Der nächste Programmpunkt gestern war die Brooklyn Bridge. Die Brücke verbindet Manhattan mit Brooklyn und ist eines der vielen Wahrzeichen von New York. Wir sind über die Brücke gelaufen, haben dann noch ein wenig Brooklyn erkundet, aber nachdem uns allen ziemlich kalt war, haben wir uns auch relativ schnell wieder auf den Weg zurück zu Ellis Hotel gemacht.

Auf der Brooklyn Bridge..

Elli und ich.

Sweet Brooklyn.
Endlich in Brooklyn angekommen :)

In Ellis Hotel angekommen, haben wir uns fertig für den Abend gemacht. Natürlich durfte auch eine kleine Bescherung nicht fehlen und ich habe mich sehr über die Geschenke von meiner Familie und meinen Freunden gefreut :)

Bescherung :)

Alles ganz aufregend ;-)

Danach haben Elli, Anna und ich uns mit Caroline, Angelika und deren Schwester, die gerade zu Besuch war, in einem süßen Restaurant für ein Weihnachtsdinner getroffen. Wir hatten einen tollen Abend - die Stimmung war total  gut, das Essen super lecker (wenn auch nicht vergleichbar mit unserem weihnachtstypischen Raclette) und alle waren glücklich. Deshalb war Weihnachten weit weg von zu Hause nicht so schlimm wie ich anfangs befürchtet hatte. Trotzdem freue ich mich schon auf nächstes Weihnachten, das ich ganz sicher zu Hause, mit eigenem Tannenbaum und meiner Familie verbringen werde :) Nach dem Essen musste ich mich dann auch entgültig von Caroline und Angelika verabschieden, was ziemlich traurig war. Aber glücklichweise ist Schweden bzw. Konstanz nicht ganz so weit von Weinsberg/Mannheim weg, sodass ich die beiden ganz bald schon wieder sehen werde :)
Abschiedsbild mit meinen CCSU Mädels.
Heute war dann unser letzter Tag in New York und wir hatten uns eine ganz besondere Attraktion aufgehoben: die Aussichtsplattform auf dem Rockefeller Center. Ihr wisst ja, ich bin kein besonderer Fan von Höhe (und das ist noch ziemlich untertrieben). Trotzdem habe ich zugestimmt, auf die Aussichtsplatform zu gehen, einfach weil ich 1. nicht alleine unten warten wollte und 2. ich von vielen Leuten gehört habe, wie spektakulär das Ganze ist. Ganz wohl war mir dabei zwar nicht, aber was muss, das muss. Nachdem auch die letzten Missverständnisse aus dem Weg geräumt waren ("Wie jetzt, die Plattform ist im Freien?" - aber woher soll ich das denn bitte wissen?!), wurden wir mit dem Aufzug ins 70. Stockwerk des Rockefeller Centers gefahren. Am Anfang hatte ich zwar ziemlich Panik, weil fast 260 Meter schon irgendwie sehr hoch sind, aber nach ein bisschen gut zureden von Elli und Anna habe ich mich ein bisschen näher an den verglasten Abgrund gewagt und konnte die Aussicht dann sogar ein bisschen genießen. Man konnte ganz New York von da oben sehen und besonders schön war die Aussicht auf den Central Park und das Empire State Building. Ich bin sehr froh, dass ich mit hoch gefahren bin, weil es wirklich ein tolles Erlebnis war und ich würde es jedem empfehlen, der einmal in New York ist.

Aussicht auf den Central Park

On Top of the World :)

Anna und ich vor dem Empire State Building.

Falls ihr euch wundert - ja, da zu sitzen hat etwas Überwindung gekostet.

Ich mit Ellis kleinem Geschenk für mich :)

Elli & ich.

Danach haben wir ganz weihnachtlich eine Kutschfahrt im Central Park unternommen. Es war zwar ziemlich kalt, aber trotzdem sehr schön und wir haben den Central Park dann noch einmal aus einer etwas anderen Perspektive gesehen. Unser Kutscher war auch sehr nett und lustig und hat uns verschiedene Stellen im Park gezeigt, die in Filmen, Serien oder auch in der Weltgeschichte eine Rolle spielen. Unter anderem hat er uns auch die Stelle gezeigt, an der Blair und Dorota in Gossip Girl die Enten füttern, was bei uns natürlich zu großer Begeisterung geführt hat. Nach der Kutschfahrt waren wir noch an der Grand Central Station, weil Elli da vorher noch nie war. Jedes Mal aufs Neue fasziniert mich dieser Bahnhof, weil er einfach so schön ist.

Kutschfahrt im Central Park

Natürlich konnte ich nicht widerstehen und musste das Pferd streicheln^^

Leider war es heute ziemlich kalt, sodass wir gegen Nachmittag auch schon wieder zu Elli ins Hotel zurück sind, um für unseren Flug morgen einzuchecken und Abendzuessen (niemand von uns hätte gedacht, dass es an Weihnachten so schwer sein würde, in New York ein Restaurant zu finden, das geöffnet hat). Jetzt sitze ich gerade in meinem Bett, in dem ich heute Nacht zum letzten Mal schlafen werde.

Ich hoffe, ihr habt einen kleinen Eindruck von New York bekommen und ich freue mich schon darauf, euch aus Chicago zu berichten!

xx,
Lisa

Sonntag, 22. Dezember 2013

Times Square Can't Shine As Bright As You.

Hallo ihr Lieben,

die Hälfte unseres New York Aufenthaltes ist jetzt schon rum. Ich wollte gerade "leider" schreiben, aber inzwischen bin ich mir nicht mehr so sicher, ob es wirklich ein "leider" ist. Versteht mich nicht falsch, New York ist eine unglaublich tolle Stadt. Man kann hier so viel sehen und erleben und man langweilt sich wirklich nicht, aber New York ist auch anstrengend. Mir tut alles weh vom Laufen und überall sind Touristen, die einem auf die Nerven gehen und den Weg versperren (ich sehe großzügig darüber hinweg, dass ich selbst so eine Touristin bin). Außerdem ist es dreckig und wir haben schon mehrere Ratten gesehen (ja Mama, du merkst schon, New York wäre deine absolute Traumstadt!). Alles hier ist groß, laut und hektisch - deshalb freue ich mich schon fast ein bisschen darauf, weiter nach Chicago zu fliegen, das anscheinend ein wenig entspannter ist.
Trotzdem: New York ist toll. Die Leute hier sind - entgegen aller Vorurteile - äußerst freundlich. Wir wurden mehrmals angesprochen, ob wir Hilfe brauchen für eine Wegbeschreibung und auch beim Koffertragen ist der durchschnittliche New Yorker sehr engagiert. Der Zauber, wirklich in New York zu sein, lässt auch nach drei Besuchen nicht wirklich nach. New York mag für mich definitiv keine Stadt sein, in der ich für immer leben möchte, aber für einen Städtetrip ist es schon ein tolles Ziel!

Am Donnerstag hat mein Tag eher weniger erfreulich angefangen. Ich habe bereits am Montag entdeckt, dass ich ein großes Loch im Zahn habe und bin deshalb hier zu einem (deutsch sprechenden) Zahnarzt gegangen. Da kam dann der Schock: der Zahnarzt war der Meinung, dass ich super dringend eine spezielle Zahnwurzelbehandlung brauchen würde, die über 3000$ kosten würde. Da ich mich sehr unter Druck gesetzt gefühlt habe und der Zahn mir auch nicht wirklich wehtut, habe ich gesagt, dass ich die Behandlung nicht machen lasse, worauf der Zahnarzt sehr angepisst reagiert hat. Der Besuch, der rund eine Stunde gedauert hat (mit unglaublich langen Wartezeiten) hat übrigens 190$ gekostet - da seht ihr mal, wie verwöhnt wir zu Hause mit unseren Krankenversicherungen sind! Ich hoffe jetzt einfach, dass der Zahn sich nicht entzündet und ich mit der Behandlung warten kann, bis ich wieder daheim bin. Nach dem Zahnarztbesuch war meine Laune erstmal leicht angeknackst, aber das hat sich schnell wieder gegeben, nachdem wir unser erstes Ziel für den Tag erreicht haben: die New York Public Library. Ich habe die Bibliothek zwar bei meinem ersten Besuch schon von außen gesehen, aber dieses Mal sind wir reingegangen. Die Bibliothek ist wirklich wunderschön und ich kann total nachvollziehen, dass Carrie aus Sex and the City dort heiraten wollte ;-)

Blick auf den Weihnachtsbaum in der Library

Mit Carrie ging es dann auch bei unserem nächsten Stop weiter: wir haben nämlich ihr Appartment (oder besser gesagt, das Haus, das als Außenfasade für ihr Haus verwendet wurde) besucht. Leider hatten die Besitzer die Treppe abgesperrt, weil vermutlich mehrere Sex and the City Fans auf die Idee gekommen sind, das Haus zu besuchen. Die Wohngegend (das West Village) ist wirklich sehr schön, auch wenn ich nicht wissen möchte, was die Bewohner der Häuser für Mieten bezahlen.

Ich vor Carries Haus

Danach haben wir einen kleinen Abstecher zum Chelsea Market gemacht, den wir nur aus Zufall entdeckt haben. Dort werden handmade Sachen verkauft und ich hätte fast nicht widerstehen können, mir ein bisschen Schmuck zu kaufen. Da mein Koffer aber schon mehr als voll ist, habe ich es dann doch gelassen. Anschließend sind wir ein bisschen im High Line Park spazieren gegangen, ein Park, der auf ehemaligen Zugschienen angelegt wurde. Das Besondere daran ist, dass der Park erhöht über dem Boden verläuft. Vom High Line Park sind wir dann zum Fashion Institute of Technology gelaufen, weil diese Schule ein kostenloses Fashion-Museum betreibt, das wirklich beeindruckende Ausstellungen hat.

High Line Park

Anna & ich.

Das Fashion Museum an der Fashion Avenue


Am Abend war es dann endlich soweit: ich hab über ein halbes Jahr auf den Tag hingefiebert. Was an dem Abend so besonders war? Beyoncé gab ein Konzert in Brooklyn und Anna und ich waren dabei. Wir saßen ziemlich weit oben in der Barclays Arena (was bei mir erst ein bisschen Höhenangst ausgelöst hat), aber wir haben überraschend gut gesehen. Das Konzert war der Hammer - Beyoncé performte über zwei Stunden lang und hat eine tolle Show geboten. Obwohl das Konzert unglaublich teuer war, hat sich wirklich jeder Cent gelohnt!

Stolze Besitzerin der Karte

Unser größter Schatz :)

Unsere Aussicht

B in Action
B im Glitzerbody
Nach dem Konzert: erschöpft, aber glücklich.

Am Freitag haben wir das UN-Headquarter besucht. Wir dachten, dass uns ein wenig Bildung nicht schaden kann ;-) Ich kann nur sagen, dass wir wirklich begeistert waren. Die Tour war kurzweilig und sehr informativ. Wusstet ihr zum Beispiel, dass Deutschland dem Headquarter einen Ruheraum geschenkt hat oder das Westerwelle bei seinen Besuchen immer einen eigenen Dolmetscher mitbrachte, weil sein Englisch zu schlecht war? Außerdem haben wir einen tollen Einblick in die Aufgaben und Zuständigkeiten der UN bekommen.

Economic and Social Council in der UN

Human Rights

Zitat an der Wand
Die Deutschlandfahne im Mini-UN-Modell
Ich als Blauhelm

Fund Mitten in New York: ein Stück original Berliner Mauer!
(als ob die Amis nicht genug eigene Sehenswürdigkeiten hätten...)

Tagsüber waren wir ein bisschen shoppen, bevor abends wieder eine kulturelle Einrichtung auf dem Programm stand: das MoMa. Das Museum of Modern Art bietet Freitagsabends nämlich kostenlosen Eintritt an, was wir uns (und geschätzte hundertausend andere Besucher) nicht entgehen lassen wollten. Das Museum ist unglaublich groß und bietet eine große Auswahl an Gemälden, Skulpturen, Fotografien und anderen künstlerischen Gegenständen an. Ich bin ja nicht sooo der Kunstfreak, aber es war schon beeindruckend, so bekannte Kunst einmal in echt zu sehen.

Meine Lieblingskunst aus dem MoMa

Was dieses Kunstwerk sagen soll, habe ich irgendwie nicht heraufinden können.

Ja, auch ein Gemälde der amerikanischen Flagge wird als Kunst verstanden.

Gesehen in der Subway: ein Pudel mit Zöpfen und Sonnenbrille - ich glaube,
sowas sieht man auch nur in NY


Am Samstag haben Anna und ich ein bisschen ausgeschlafen, weil wir ziemlich k.o. waren. Als wir dann endlich loskamen, sind wir die Canal Street abgelaufen. Danach sind wir nach Downtown gefahren, um Elli im Hotel zu treffen, weil die am Samstag nach New York gekommen ist. Ich habe mich sooo gefreut, sie nach vier Monaten endlich wieder zu sehen. Weil Ellis Hotel sehr schön war, haben wir ein bisschen bei ihr im Zimmer gechillt, bevor wir zum Central Park gefahren sind, wo wir das Jacqueline Kennedy-Onassis Memorial Reservoir angeschaut haben. Danach waren wir im Guggenheim Museum, um uns noch ein bisschen zu bilden ;-)

Jacqueline Kennedy-Onassis Reservoir
Elli, ich und Anna

Im Guggenheim Museum (die Gallerien verlaufen kreisförmig)

Meine Lieblingskunst aus dem Guggenheim :)
Natürlich müssen die schönsten Stücke auch fotografiert werden ;-)

Ich im Guggenheim :)

"Meine" Pizzeria (die leider nicht vertrauenserweckend aussah,
sodass wir auf ein Dinner hier verzichteten)

Heute haben wir Elli ein bisschen die wichtigten Orte in NY gezeigt - das Flatiron Building, das Empire State Building, die 5th Avenue, das Rockefeller Center, den Central Park und das Met.

Gruppenfoto vorm Flatiron Building

Der berühmte Weihnachtsbaum bei Tag

Holiday Windows bei Bergdorf and Goodman: dieses Jahr wurde jedes Fenster
einem wichtigen amerikanischen Feiertag gewidmet - hier seht ihr den Valentinstag

Im Central Park.

Wieder ein süßes Eichhörnchen, an dem ich natürlich nicht vorbeigehen
konnte, ohne es zu fotografieren ;-)

John Lennon Gedenkstein in Strawberry Fields im Central Park



Chillen auf den Stufen des Met wie Blair und Serena


Selfie-Time

Am Times Square
 Ich bin jetzt schon total erschöpft, aber ich freue mich auf die nächsten Tage hier. Vor allem Weihnachten wird bestimmt komisch, aber auch irgendwie ziemlich cool.

Ich wünsche euch allen wunderschöne Weihnachten! Genießt die Tage, vermisst mich nicht zu sehr und esst vor allem gut :) Ihr hört von mir!

xx,
Lisa