Freitag, 25. Oktober 2013

Sag mir jetzt, wie fühlst du dich? Bist du glücklich oder nicht?

Hallo ihr Lieben,

genau heute vor zwei Monaten bin ich hier angekommen. Ich kann nicht glauben, dass ich erst für so kurze Zeit hier bin - es fühlt sich an, als wäre ich schon ein halbes Leben hier. Wenn ich daran denke, dass ich nur noch 53 Tage hier an der CCSU bin, werde ich ganz traurig. Es ist nicht so, dass ich zu Hause nicht vermisse oder nicht wieder zurück will. Aber meine Roommates und Caroline sind zu meiner Ersatzfamilie geworden, mit denen ich 24 Stunden am Tag zusammen bin. Ich habe mich so daran gewöhnt, nie alleine zu sein, dass ich mich zu Hause bestimmt erst mal einsam fühlen werde. Der Tag beginnt einfach schon gleich ganz anders, wenn man mit sechs plappernden Freundinnen frühstücken kann. Trotzdem werde ich jetzt nicht Trübsal blasen, sondern die letzten Wochen hier in vollen Zügen genießen :)

Meine letzte Woche war vor einem alles: nämlich kalt. Innerhalb von drei Tagen ist die Temperatur um knapp 20°C hier gefallen. Die Temperaturen bewegen sich jetzt zwischen 5°C und 10°C, abends ist es noch kälter. Glücklicherweise wurde jetzt in unserem Wohnheim endlich die Heizung angeschalten - sehr zum Missfallen von Alyssa. Das Problem ist nämlich, dass im Wohnheim immer entweder nur die Heizung oder nur die Klimaanalge geht. Und ab Mitte Oktober funktioniert eben nur die Heizung. Alyssa findet das aber gar nicht gut - ihr ist es jetzt nämlich vieeeeeeel zu warm in unserem Zimmer (in dem es selbst mit Heizung zur Zeit nur 20°C hat). In der ersten Nacht haben wir deshalb mit offenem Fenster geschlafen, aber das ist im ersten Stock keine gute Idee und wir hatten keine besonders ruhige Nacht.

Ansonsten habe ich die Uni diese Woche ein bisschen langsamer angehen lassen. Mein History Midterm war wie erwartet gut und ich habe 97% bekommen :) Das Geography Miderm habe ich noch nicht zurück. Ich war diese Woche mit den Vorbereitungen für die Modenschau beschäftigt und wir waren unsere Halloweenkostüme für nächste Woche einkaufen. Das "interessante" an den Kostümen hier ist, dass man immer nur die Wahl zwischen zwei Alternativen hat: sexy oder slutty. Es gibt die sexy Nurse oder die slutty Nurse, das sexy Batgirl oder das slutty Batgirl und die sexy Cat oder die slutty Cat. Ich habe beschlossen, mich als Indianer-Mädchen zu verkleiden - und das Kostüm bedeckt sowohl meinen Hintern, als auch meine Oberweite, was hier eine ziemlich seltene Kombination ist. Ansonsten waren wir diese Woche auch wieder im Elmer's Pub (wie eigentlich jede Woche).

Party Party Party :)

Caroline & ich.


Mit meinen Mitbewohnerinnen habe ich diese Woche auch etwas typisches Halloween-mäßiges gemacht: nämlich Gesichter in Kürbise geschnitzt. Das habe ich vorher noch nie gemacht und ich muss sagen, es war ziemlich eklig, das ganze Zeug aus dem Kürbis rauszuholen. Aber es hat auch sehr viel Spaß gemacht :)


Kelly malt den Umriss des Gesichts auf..

... das Gesicht nimmt Form an.

Darf ich vorstellen? - Balu-Rául
Das fertige Ergebnis :)

Post habe ich diese Woche auch von zu Hause bekommen. Vor allem über das Sprühdeo habe ich mich sehr gefreut, da es das hier irgendwie nicht zu kaufen gibt. Meine Mama hat Überraschungseier für die Mädels hier mitgeschickt, weil die in den USA illegal sind. Vor allem Alyssa war ganz begeistert, als sie ein lila Disney-Prinzessinnen-Armband in dem Ei entdeckt hat^^. Von meinen anderen Süßigkeiten hatte ich leider nicht besonders viel - meine Mitbewohnerinnen sind darüber wie ausgehungerte Tiger hergefallen. Nur das Brot haben sie mir übrig gelassen. Und die Giotto - die fanden sie nämlich komisch. Zum Glück!^^

Gute Nacht ihr Lieben :)

xx,
Lisa

Montag, 21. Oktober 2013

Immer wenn ich dich besuch, fühl ich mich grenzenlos. Alles andere ist von hier aus so weit weg.

Hallo ihr Lieben,

mein Wochenende habe ich in Boston verbracht. Dort habe ich Lena besucht, die gerade ihr Auslandsemester an der Suffolk University macht. Nach einer nicht ganz dreistündigen Busfahrt bin ich Donnerstagabend in Boston angekommen, wo mich Lena schon erwartet hat. Ich hab mich riesig gefreut, sie wieder zu sehen. Ich hab zwar kein Heimweh, aber trotzdem war es schön, einfach mal mit jemandem zusammen zu sein, den man schon ewig kennt.

Am Freitag haben wir dann auch gleich losgelegt. Lena hat mir "ihr" Boston gezeigt und ich muss sagen, ich bin wirklich begeistert. Die Stadt ist wunderschön und ich habe mich sofort wohl gefühlt. Ich kann nicht genau sagen warum, aber auf mich hat die Stadt ziemlich europäisch gewirkt. Besonders toll ist es, dass Boston direkt am Meer liegt (auch, wenn es dadurch die ganze Zeit ziemlich windig war.

Nach einer kleinen Stärkung ging es los...
Quincy Market..

Der Yachthafen von Boston

Die Möwe sorgt für richtiges Meer-Feeling :)

Strahlender Sonnenschein :)

Leni & ich am Hafen

Und nochmal das Meer (merkt man, dass ich ein großer Fan vom Meer bin?^^)


Wie ihr auf den Fotos sehr, hatten wir super Wetter. Die Sonne hat das ganze Wochenende lang geschienen und wir hatten bis zu 24°C. Und das im Oktober, während ihr daheim in der Kälte sitzt ;-) Nach dem Meer sind wir dann noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen. Boston hat geschichtlich ziemlich viel zu bieten, aber wir wollten einfach das Wetter genießen und uns nicht dem Touri-Kram hingeben.

Indian Summer auch in Boston

Nochmal Leni & ich :)

Memorial für die Opfer der Bombenanschläge des Boston Marathons dieses Jahr

Mittagspause :)
Nach dem Mittagessen sind wir dann auch ein bisschen shoppen gegangen (und das obwohl unsere Kreditkarten ein bisschen zickig waren und nicht so wollten wie wir). Ich bin jetzt im Besitz einer super tollen Winterjacke, die mich hier bestimmt warm halten wird. Und das tolle ist, dass man in Massachussets weniger Steuern auf Kleidung bezahlen muss als in Connecticut. Das mit der Steuer ist hier nämlich so: jeder Bundesstaat hat seinen eigenen Steuersatz auf Kleidung, Lebensmittel, Kosmetika, Schuhe usw. Der Preis, der im Laden auf dem Produkt steht, ist nicht der Endpreis, weil an der Kasse immer noch mal Steuern dazu kommen. Das ist ein bisschen nervig und gewöhnungsbedürftig, aber einfach nötig, weil jeder Bundesstaat eine andere Steuer hat und z.B. H&M ja nicht für jeden einzelnen Bundesstaat sein eigenes Preisschild drucken kann.

Daisy Buchanan's - Leonardo lässt grüßen :)

Mannheim einfach überall <3

Pause am Charles River

Abends dann schon das nächste Highlight - mein erstes selbstgekochtes Essen seit zwei Monaten. Wir haben uns völlig überteuerten Lachs gegönnt und uns Pasta mit Lachs-Sahne-Soße gekocht. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie glücklich mich das gemacht hat :) Danach haben wir eine kleine Privatparty in Lenas WG gefeiert.

Geliebte Lachsnudeln!

Leni und ich mit unserem neuen Freund Kennedy

Am Samstag sind wir dann nach Cambridge gefahren und haben uns Harvard angeschaut. Harvard ist wirklich sehr hübsch und alles wirkt ganz verzaubert, fast ein bisschen wie Hogwarts.


Der Harvard-Campus

Die Library

Harvard-Bookshop - ein Traum, so viele Bücher :)

Abends haben wir dann den Geburtstag von Lenas Mitbewohnerin gefeiert. Wir waren feiern in einem Club, der leider (wie alle Bostoner Clubs) schon um 2 Uhr morgens zugemacht hat. Trotzdem hatten wir einen tollen Abend!

Partystimmung :)

Seifenblasen im Club - ich finde, dass wir das in Mannheim auch brauchen!!!

Am Sonntag musste ich mich dann leider verabschieden und wieder nach Hause fahren. Aber wie ihr seht, hatte ich ein unglaublich schönes Wochenende :)

xxx,
Lisa

Donnerstag, 17. Oktober 2013

Am Anfang war der Lärm, und dieser Lärm hört niemals auf.

Hallo ihr Lieben,

viele Grüße aus dem wunderschönen herbstlichen New Britain. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön der Herbst hier ist. Es ist so warm (wir haben regelmäßig noch 20-24 Grad hier und das im OKTOBER!!) und bunt hier. Überhaupt nicht grau und regnerisch und kalt!

Das sehe ich, wenn ich aus meinem Wohnheim komme :)

Es tut mir Leid, dass ich mich schon so lang nicht mehr gemeldet habe! Ich hatte in den letzten zwei Wochen sehr viel Stress, weil meine Midterms anstanden. Midterms sind hier die Prüfungen, die nach der Hälfte des Semesters geschrieben werden. Prinzipiell finde ich diese Idee echt gut, weil man a) dann für die einzelnen Prüfungen weniger Stoff lernen muss und b) der Druck nicht so hoch ist (wenn man nämlich eine Prüfung nicht besteht, ist das nicht so dramatisch wie in Mannheim). Insgesamt werden die Prüfungen hier allgemein nicht so ernst genommen wie in Deutschland. Während ich seit einer Woche (und das ist schon extrem wenig, wie zumindest meine Mannheimer Kommilitonen wissen) intensiv lernen, machen sich alle anderen um mich herum irgendwie so gar keinen Stress. Meine Mitbewohnerin "lernt" einen Abend vor der Prüfung und auch meine anderen amerikanischen Mitstudenten waren überrascht, als sie gesehen haben, dass ich eine Woche vor der Prüfung lerne. Meine Prüfung in europäischer Geschichte war ganz gut glaube ich. Die Prüfung hatte drei Teile: Multiple Choice, Identifications und Essay. Allerdings ist es nicht so in Deutschland, dass man einfach alles lernt, sondern unsere Professorin hat uns 7 mögliche Essayfragen präsentiert, von denen dann drei in der Prüfung drankamen und wir eine bearbeiten mussten. Bei den Identifications hat sie uns vorher 15 mögliche gesagt, von denen in der Prüfung dann 7 drankamen und wir drei bearbeiten mussten. Ihr seht also, es ist schon ein wenig einfacher als in Deutschland, aber trotzdem war ich ganz schön im Stress. Mein Geografie Exam heute war eher... bescheiden. Das liegt daran, dass wir alle irgendwie nicht richtig wussten, was wir lernen sollten und wir im Unterricht auch nicht wirklich etwas besprochen haben. Die Fragen waren in der Prüfung dann aber so gezielt, dass ich sie teilweise nicht mal beantworten konnte (er hat z.B. nach bestimmten Jahreszahlen gefragt, die nicht einmal in der Powerpointpräsentation dran kamen, oder er wollte wissen, wohin die Bisons 1903 umgesiedelt wurden, was überhaupt nicht das Thema des Kurses ist sondern er einfach mal so als Anekdote erzählt hat). Naja, ich bin jetzt froh, dass es rum ist und ich hoffe, dass ich bestanden habe. Der Kurs ist nämlich sowieso nur ein IKW-Kurs, bei dem die Note nicht zählt.

Für meine Communications Classes hatte ich keine Prüfungen, sondern eine Hausarbeit bzw. ein Forschungsprojekt. Das Forschungsprojekt war ziemlich cool, aber auch sehr aufwändig. Es besteht aus drei Teilen und das Kernstück der Arbeit ist ein Interview mit einem Kriegsveteranen. Das war dann schon mal das erste Problem für mich, denn woher soll ich bitte einen Veteranen bekommen? An der CCSU gibt es aber ein Projekt über Veteranen und die haben mir geholfen, mit einen Interviewpartner zu vermitteln. Ich habe dann vor zwei Wochen einen Vietnam Veteran interviewt. Ich hab zwar in Mannheim und auch bei meinem Praktikum im Sommer schon oft Interviews geführt, aber auf Englisch war das irgendwie doch nochmal was ganz anderes. Außerdem habe ich überhaupt keine Ahnung von der U.S. Army und mein Wissen über den Vietnamkrieg ist auch nicht wirklich tiefgründig. Außerdem ist so ein Thema ja auch irgendwie ziemlich heikel und emotional. Trotzdem war das Interview ganz gut und ich habe viele interessante Sachen erfahren. Allgemein beschäftigen wir uns in einem Kurs ziemlich intensiv mit Krieg, Kriegsfilmen und der Darstellung von Krieg in den Medien. Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, als Nicht-Amerikanerin die Sichtweisen von Amerikanern nachzuvollziehen. Das ganze Patriotsgefühl und so ist mir einfach ein bisschen fremd. Nichtsdestotrotz finde ich den Kurs super und ich lerne viele Dinge, die ich so in Mannheim sicher nicht erfahren hätte.

Ansonsten war es ruhig in letzter Zeit. Am Samstag haben wir einen kleinen Ausflug zu IKEA gemacht, weil Caroline schwedisches Essen so vermisst hat. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch einen Wäschestände gekauft, weil ich mir schon zwei Tops im Trockner ruiniert habe.

Meatballs wie Zuhause :)

Ansonsten war ich mit meinen Mitbewohnerinnen noch in einer Shisha-Bar. Wir hatten einen tollen Abend :)






So, jetzt muss ich aber Schluss machen, ich fahre nämlich gleich nach Boston, Leni besuchen :)

xx,
Lisa

P.S. Kim und Leah, schaut mal, was es gestern in der Mensa gab!!


Dienstag, 8. Oktober 2013

"Anything is possible. This is New York." - Carrie Bradshaw

Hallo ihr Lieben,

am Samstag war es endlich soweit: unser erster großer Ausflug stand an. Das Ziel war New York City, mit dem Bus in etwas mehr als 2 Stunden erreichbar. Wir sind früh morgens losgefahren, waren ungefähr um 11 Uhr in der Stadt und nachdem wir unsere Koffer im Hostel abgelegt haben, konnte es auch schon losgehen. Das tolle war, dass sich Caroline sehr gut in New York auskennt und wir ihr einfach nur hinterherlaufen mussten.

New York ist riesig, ich konnte mir das vorher gar nicht richtig vorstellen. Ich bin mir sicher, dass ich hier auf keinen Fall alles sehen kann, was ich möchte - und das obwohl ich am Ende des Semesters hier nochmal für 10 Tage bin. Es gibt einfach so unglaublich viel zu sehen, endecken und erleben.

Am Samstag haben wir vor allem Uptown und Middletown angeschaut. Dazu gehört die 5th Avenue, das Empire State Building, die Grand Central Station, Central Park, das Rockefeller Center und Times Square. Wir hatten wunderschönes Wetter - 25 Grad im Oktober sind schon toll :)

Das Empire State Building (nur von unten, ihr kennt mich ja ;-) )

Ich vor dem Empire State Building

Caroline und ich

ein bisschen Shopping muss natürlich auch drin sein :)  

Die New York Public Library - hier wollte Carrie eigentlich Mr. Big heiraten..

Midtown Manhattan

Spotted in Grand Central Station..

Grand Central Station



Der berühmte Tiffany's Store auf der 5th Avenue - vor diesen Schaufenstern aß Audrey Hepburn ihr Croissant

Nach all dem Sightseeing und Shopping haben wir eine kleine Verschnaufpause im Central Park gemacht. Central Park ist so riesig und man fühlt sich überhaupt nicht, als wäre man in einer Großstadt. 
Angelika, ich und Caroline


Aussicht auf das Waldorf-Astoria Hotel (das gerade renoviert wird)

Ein See im Central Park - gant rechts im Bild seht ihr ein Brautpaar. Der Bräutigam wäre beim Zurechtrücken des Hochzeitskleides fast ins Wasser gefallen.

Die Schildkröten genießen die Sonnenstrahlen genau so wie wir

Abends waren wir dann erst am Times Square. Erst war ich wenig beeindruckt, aber als es richtig dunkel wurde, war ich schon begeistert. Alles ist so bunt und leuchtet in tausenden Farben.

Der berühmte M&Ms Store am Times Square

Noch mal ein bisschen Shopping..

Panoramaaufnahme

Fortbewegungsmittel Nr. 1: Taxi

Laura, ich und Caroline am Times Square
Abends waren wir ziemlich erledigt, aber wir wollten natürlich trotzdem noch weggehen. Wir haben uns dann für die Bleecker Street entschieden, eine Straße mit vielen Bars und Restaurants.

Party, Party :)


Am Sonntag hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. War es am Samstag noch total schön, hat es am Sonntag den ganzen Tag genieselt. Deshalb sind wir nicht - wie ursprünglich geplant - auf die Fähre gegangen, um die New Yorker Skyline vom Wasser aus zu betrachten, sondern haben uns Chinatown, Little Italy und SoHo angeschaut. Morgens waren wir am Ground Zero, was ziemlich traurig war. Das Denkmal habe ich mir nicht angeschaut, das möchte ich mir aufheben und zusammen mit Anna und Elli machen.

Der Freedom Tower am Ground Zero - leider konnten wir ihn vor lauter Nebel nicht ganz sehen.

Shopping in SoHo

SoHo

Chinatown

Ich, Caroline und Angelika in Chinatown

Das ESB versinkt im Nebel

Das Flatiron Building


Wie ihr seht, hatte ich ein aufregendes Wochenende. Ich hoffe, euch gehts gut! Passt auf euch auf (vor allem nachdem, was ich Mannheim letzte Woche passiert ist :-/).

xx,
Lisa