Hallo ihr Lieben,
viele Grüße aus Chicago! Die Stadt ist sehr schön und viel ruhiger und gechillter als New York. Das könnte aber auch damit zu tun haben, dass es hier im Winter ziemlich kalt werden kann. Temperaturen zwischen -20°C und -30°C sind hier anscheinend keine Seltenheit und wir wurden von mehreren Seiten (unter anderem von meinem bescheuerten New Yorker Zahnarzt) für verrückt erklärt, im Dezember nach Chicago zu reisen. Da der Flug aber nun mal schon gebucht war, gab es kein Zurück mehr. Und ich muss sagen, dass ich das nicht bereut habe. Die "Windy City" hat sich nämlich mit klarem Himmel, strahlendem Sonnenschein und moderaten Temperaturen zwischen -7°C und +10°C von ihrer charmantesten Seite gezeigt.
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| Elli und ich genießen dick eingepackt den Chicagoer Winter. |
Doch bis wir erst einmal in Chicago angekommen sind, hatten wir ein kleines Drama hinter uns. Wir hatten zwar schon Mittwochs für unsere Flüge eingecheckt und sind Donnerstags dann auch überpünktlich zum Flughafen aufgebrochen, doch am JFK Airport angekommen, hat uns schon eine Hiobsbotschaft erwartet: unser Flug nach Washington (dort hätten wir umsteigen müssen) wurde gecancelt. Mich hat zwar schon immer interessiert, was in so einem Fall passiert, aber am eigenen Leib hätte ich es dann doch nicht unbedingt erfahren müssen. Immerhin war United nicht komplett unfähig und hat uns auf einen anderen Flug nach Chicago umgebucht. Der Vorteil an der Sache: der neue Flug war ein Direktflug und dadurch viel schneller am Ziel. Der Nachteil an der Sache: unser neuer Flug ging nicht von JFK, sondern von La Guardia, und das schon früher als unser Originalflug. United hat uns dann aber glücklicherweise blitzschnell einen Fahrer organisiert, der uns innerhalb von 25 Minuten von Brooklyn nach Queens gebracht hat und nach ein wenig Verwirrung bei der Gepäckaufgabe haben wir unseren Flug auch noch pünktlich geschafft.
In Chicago angekommen, haben wir es auch schnell und unproblematisch zum Hostel geschafft (auch wenn wir ein wenig über die Fahrkartenautomaten verwundert waren - die geben hier nämlich prinzipiell kein Wechselgeld?!). Das Hostel ist ziemlich schön (mit Parkettboden in den Zimmern) und ziemlich sauber. Wir hatten Glück und haben zu dritt ein 9-er Zimmer bekommen, sodass wir ziemlich viel Platz für unsere Habseligkeiten hatten. Außerdem gibt es hier ein Pancakes-Frühstück, womit wir alle ziemlich glücklich waren.
Am Freitag hatten wir zuerst leichte Orientierungsschwierigkeiten, aber nach ein bisschen Suchen haben wir dann den Lake Michigan gefunden. Der See ist so groß, dass man nicht mal das andere Ufer (in diesem Fall Kanada) sehen kann und war teilweise zugefroren, was ziemlich cool aussah.
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| Panorama Foto vom Lake Michigan. |
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| Chillen am zugefrorenen See. |
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| Ich am zugefrorenen Lake Michigan. |
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| Winter in Chicago. |
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| Lake Michigan im Hintergrund. |
Danach waren wir an einem typischen Wahrzeichen von Chicago, der silbernen Bean, in der sich alles spiegelt, was sich in der Umgebung befindet.
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| Die berühmte Bean. |
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| Spiegelung. |
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| Ich vor der Bean. |
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| Elli und ich vor der Bean. |
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| Das Innere der Bean. |
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| Selfie in der Bean. |
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| Gruppenfoto :) |
Natürlich sollte auch die Bildung nicht zu kurz kommen und deshalb waren wir anschließend im Chicago Cultural Center. Da haben wir uns ein paar Ausstellungen angeschaut und haben auch ein Brautpaar gesehen, das da gerade seine Hochzeitsfotos gemacht hat.
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| Der Bull der Chicago Bulls. |
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| Decke des Cultural Centers. |
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| Hochzeit im Cultural Center (Copyright: Ellen Fritz ;-) ). |
Den Rest des Tages haben wir in der Magnificent Mile verbracht, einer großen Einkaufsstraße, und sind da ein bisschen rumgebummelt.
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| Shopping :) |
Danach haben wir den ersten kleinen Flop auf der Reise erlebt. Wir haben uns nämlich zum Abendessen mit ein paar von Annas Freunden von der SCSU verabredet. Das Restaurant sah auch ziemlich schön aus. Der erste Schock kam dann beim Bestellen. Der Kellner eröffnete uns, dass das Essen hier mit seinen Mitmenschen am Tisch geteilt werden muss und dass das Essen daher auch nicht gleichzeitig, sondern nacheinander serviert wird (wir waren uns danach einig, dass dieses Konzept nur eingeführt wurde, weil die Küche es nicht fertig bringt, die Gerichte gleichzeitig zu kochen). Ich mag Menschen und ich würde mich selbst auch nicht als geizig bezeichnen. Aber ich mag auch mein Essen. Und wenn ich Hunger habe, möchte ich bitte mein Essen nicht teilen. Und ich hatte Hunger. Aber zum Glück haben das alle so gesehen und wir haben beschlossen, dass trotzdem jeder sein eigenes Essen bestellt und isst. Soweit, so gut. Bis der Kellner dann die Gerichte brachte. Ich muss sagen, dass meine Pasta wirklich ausgezeichnet war. Aber die Portionen waren so winzig, dass noch nicht mal ein Fünfjähriger davon satt werden würde. Im Nachhinein ist das ganze ganz witzig, aber gestern Abend war ich schon ein bisschen.. verstimmt.
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| Leicht verstimmt nach dem Essen. |
Heute morgen hatten wir geplant, früh aus dem Hostel zu gehen, weil Anna und Elli gerne auf das Skydeck des Willis Towers wollten. Da waren wir gestern schon, aber da war die Wartezeit ewig lang und deshalb haben wir beschlossen, da heute früh hinzugehen. Das "früh" hat natürlich nicht geklappt und so hatten die beiden trotzdem noch eine Wartezeit von zwei Stunden. Ich habe mich aus zwei Gründen entschieden nicht hochzugehen. Zum einen ist der Tower mit über 400 Metern anscheinend das höchste Gebäude der westlichen Hemisphere. Zum anderen hat der Tower Nischen mit Glasböden und das verträgt sich nicht so ganz mit meiner Höhenangst. Deshalb habe ich beschlossen, statt 17$ zu bezahlen und womöglich einen Herzinfarkt zu erleiden, lieber unten zu warten, in der Sonne zu chillen und zu lesen.
Nachdem Elli und Anna wieder unten waren (und mir beide versichert haben, dass das Ganze vermutlich wirklich nichts für mich gewesen wäre), sind wir Mittagessen gegangen. Nach dem Flop vom Freitag Abend wollten wir dieses Mal sicher gehen, dass unser Essen ein Erfolg wird. Deshalb sind wir ins Vapiano. Ich habe mich so darüber gefreut, wieder deutsches Essen zu bekommen, dass ich mir auch gleich noch einen Nachtisch gegönnt habe ;-)
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| Oookay, eigentlich hatte ich zwei Desserts: Crema di Fragola und Gummibärchen :) |
Am Nachmittag stand dann ein Programmpunkt an, den ich mir gewünscht hatte: wir waren im Lincoln Zoo. Der Zoo in Chicago ist nämlich einer der wenigen Zoos, die keinen Eintritt verlangen, was sich mit unseren Voraussetzungen für Ausflüge sehr gut vereinbart hat. Am Anfang waren wir ein bisschen enttäuscht, weil viele Tiere im Winterquartier sind, das man als Besucher nicht sehen kann. Aber dann haben wir doch noch ein paar Tiere gefunden. Der Zoo ist zwar relativ klein und lang nicht so schön wie die Wilhelma, aber hat doch relativ viele Tierarten: von zahlreichen Affenarten über Raubtiere wie Tiger, Leoparden und Löwen hin zu Schildkröten, Krokodilen und Ottern konnten wir alles sehen. Meine Highlights waren aber die Seehunde, denen das kalte Wetter scheinbar gar nichts ausgemacht hat, und die Nacktmulche, die ich vorher noch nie in echt gesehen habe. Alles in allem waren wir uns (d.h. Elli und ich, Anna eher weniger) dann aber schon einig, dass sich der Besuch doch gelohnt hat.
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| Enthusiasmus am Anfang unseres Zoo Besuchs.. |
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| ... irgendwann die Frage: wo sind alle Tiere? |
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| Seehund. |
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| Baby-Nacktmulch. |
Unsere zwei Tage in Chicago sind jetzt auch schon vorbei und morgen geht es für Anna und mich weiter nach Seattle, während Elli leider schon wieder zurück nach Deutschland fliegt.
xx,
Lisa
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