Montag, 11. November 2013

Wir brauchen kein Ziel, wir sind der Weg.

Hallo ihr Lieben,

dieses Wochenende stand unser erster richtiger Roadtrip an. Natürlich waren wir auch vorher schon mit dem Auto unterwegs, aber dieses Mal hatten wir ein richtiges Ziel, nämlich Washington D.C., die Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Nachdem die letzte Woche wirklich nervenaufreibend war, hat es uns gut getan, das Wochenende nicht auf dem Campus zu verbringen.
Mit viel Gepäck haben sich Caroline, Angelika und ich am Freitagmorgen gegen 6 Uhr (jaa, morgens!!) auf den Weg gemacht. Unser Navigationssystem hat errechnet, dass wir nicht ganz sechs Stunden brauchen, aber das war eine dicke fette Lüge! Wir haben einen kleinen Zwischenstop in Stamford bei Caroline's "Familie" (bei der sie zwei Jahre als Nanny gearbeitet hat) gemacht. Stamford gehört zu den reichsten Städten an der Ostküste und das Haus der Familie war wirklich beeindruckend (ganz stilecht mit Tor, das man nur mit dem richtigen Code passieren kann). Auf dem Weg nach Süden haben wir insgesamt 6 1/2 Bundesstaaten durchquert: Connecticut (natürlich^^), New York (mit tollem Blick auf die Skyline von NYC), New Jersey (langweiliges Flachland), Pennsylvania (Bäume), Delaware (noch mehr Bäume), Maryland (ratet mal - genau, noch mehr Bäume) und letzendlich District of Columbia (was kein "richtiger" Staat ist, aber irgendwie trotzdem zählt).

Jaa, so viel Gepäck brauchen drei Mädels für zwei Nächte!

Ich selbst bin die zweite Hälfte der Strecke gefahren und ich muss sagen, dass mir gar nicht aufgefallen ist, wie sehr mir Autofahren fehlt! Es ist einfach so ein riesen Unterschied, wenn man nicht mehr auf andere Leute angewiesen ist. Auf dem Weg nach Washington haben wir unter anderem die NSA-Zentrale passiert. In Deutschland ist die NSA gerade ja ganz groß in den Medien, hier dagegen hört man kaum was von dem Spionage-Skandal. Das Gebäude war aber so gut gesichert, als "normaler" Autofahrer darf man den Highway nicht mal an der Ausfahrt der NSA-Zentrale verlassen.
Die Straßen in den USA (oder zumindest in den Staaten, die wir besucht haben) sind, gelinde gesagt, eine Katastrophe. Überall Schlaglöcher oder ein allgemein schlechter Zustand - und das, obwohl man alle gefühlten fünf Meilen Maut bezahlen muss. Dafür ist das Benzin unschlagbar günstig - ein Tank kostet lächerliche 30-35 Dollar (und für die Strecke nach DC und wieder zurück haben wir 2,5 Tanks gebraucht!).

Typische Maut-Station.

Als wir gegen 15 Uhr in Washington angekommen sind, waren wir erst mal irritiert. Die Stadt ist viel ruhiger und gelassener als New York oder gar Boston und der Verkehr war nur halb so schlimm wie erwartet. Unser Hotel war ein Traum - nachdem wir bei den letzten Malen in mehr oder weniger netten Hostels geschlafen haben, haben wir uns gedacht, dass wir uns dieses Mal etwas gönnen.

Unser Hotel.
Nach einer kurzen Erholungspause haben wir uns dann auch schon auf den Weg zum Weißen Haus gemacht. Ich muss sagen - ich war enttäuscht. Zwar ist das ganze schon beeindruckend, aber das Haus ist einfach SO viel kleiner und un-imposanter als es in den Medien immer wirkt. Aber wirklich einmal dort zu sein, war natürlich schon ziemlich cool :)

Das Weiße Haus..

Die Vorderseite :)
Ich & das Weiße Haus.


Rückseite.

Alles natürlich gut durch einen Zaun (und vermutlich vielen Secret Service Agents) geschützt.


US Department of the Treasury
Nach einem kleinen Spaziergang durch Washington und einem leckeren Abendessen sind wir schon relativ früh wieder ins Hotel zurückgegangen. Wir waren überrascht, wie "tot" Washington war. Freitag Abends um 18 Uhr hatten die meisten Geschäfte schon geschlossen und auch viele Restaurants sind abends nicht mehr geöffnet. Auch auf den Straßen war vergleichsweise wenig los. Am nächsten Morgen haben wir uns dann ausgeruht auf Erkundungtour begeben. Der erste Stop war das Lincoln Memorial. Auf dem Weg dahin sind wir am Vietnam Veterans Memorial vorbei gekommen und vor allem die Memorial Wall war ein wirklich besonderes Denkmal.

Gruppenfoto am Weißen Haus

Spaziergang durch Washington..

Memorial Park
Kranz an der Memorial Wall.

In die Wand sind fast 60.000 Namen von vermissten oder getöteten Soldaten eingemeiselt.

Die obligatorische US-Fahne darf natürlich an so einem historischen Ort natürlich auch nicht fehlen.

Das Lincoln Memorial war überwältigend. Es ist so groß und beeindruckend, dass man es sich fast nicht vorstellen kann, wenn man es nicht mit eigenen Augen gesehen hat.

Lincoln Memorial

Blick auf das Washington Monument

Die kleine Lisa vor dem riesigen Memorial.

Natürlich haben wir auch die 98 Stufen des Memorials bezwungen.

Caroline, ich und Angelika mit Mr. Lincoln persönlich.

Nachdem wir das Lincoln Memorial besucht haben, sind wir in Richtung Washington Monument gelaufen. Leider wird die Säule gerade renoviert, weshalb es komplett durch Gerüste verdeckt wird. Wir sind am Second World War Memorial vorbeigekommen. Dieses Memorial ist wunderschön. Wie der Zufall es wollte, fand dort gerade ein Treffen von Veteranen des Zweiten Weltkriegs statt (vermutlich deshalb, weil heute Veterans Day ist - ein ziemlich wichtiger Feiertag hier, leider hatten wir trotzdem Uni). Das war ziemlich beeindruckend und wir konnten uns sogar mit einer Veteranin aus Connecticut unterhalten.

Memorial Fountain

Connecticut-Mädchen

Veteranen-Gruppenfoto

Noch mehr Wasser (im Hintergrund das Washington Monument)

...
Caroline & ich mit einer 93-jährigen (!) Veteranin

Nach den ganzen Memorials haben wir uns entschlossen, auch noch zwei Museen zu besuchen, weil die in Washington alle kostenlos sind. Zuerst waren wir im National Museum of American History. Ich war total begeistert, in so einem tollen Museum war ich schon lange nicht mehr. Hier gab es so unglaublich viel zu sehen und die Aufmachung war total interessant und spannend. Aber seht selbst...

National Museum of American History

Der erste von Apple entwickelte Mac.

Die Videokamera, mit der den Einschlag des Flugzeugs in den Nordturm des World Trade Centers gefilmt wurde.

Ein Stückchen Berliner Mauer darf natürlich auch nicht fehlen (offensichtlich ein wichtiges Stück amerikanischer Geschichte ;-) )

Echte World Trade Center Trümmer

Eine Auswahl an Straßen, die nach Präsidenten benannt wurden.

Chelsea Clintons Ballettschuhe

Michelle Obamas Inauguration Robe von 2009

... und ihre Schuhe (Jimmy Choos <3 )

Eine Auswahl an Coffee-To-Go-Becher-Deckeln (was für ein Wort^^).
Wie ihr seht, das Museum hat eine unglaubliche Bandbreite und es gibt so viel Tolles zu sehen.
Danach waren wir im National Museum of Natural History. Das war auch cool, aber mir hat das American History Museum besser gefallen!

Wichtigste Erkenntnis des National Museum of Natural History - Besuchs.

Inzwischen war es schon dunkel, aber wir haben uns trotzdem noch auf den Weg gemacht, das Capitol zu sehen.

United States Capitol

Ein letztes Gruppenfoto :)

Caroline & ich vor dem Capitol.

Am nächsten Morgen haben wir uns schon früh auf dem Rückweg gemacht. Nach einem Frühstück bei Denny's sind wir nach Virginia gefahren, weil wir unbedingt noch das Pentagon sehen wollten. In das Pentagon rein konnten wir nicht, weil anscheinend nur amerikanische Staatsbürger das Verteidigungsministerium besichtigen können und das auch nur nach einem langwierigen Bewerbungsprozess. Wir konnten nicht mal vor dem Pentagon mit dem Auto anhalten, weil überall Cops waren, die das Gebäude bewachten und uns die ganze Zeit beobachteten. Überall stehen Schilder, dass fotografieren strengstens verboten ist, aber wir haben es trotzdem geagt und einen kleinen Schnappschuss gemacht. Was Sicherheit angeht, sind die Leute hier in Washington (und eben dem Capitol) schon fast ein bisschen paranoid - man kommt in kein Gebäude (Museen, Malls etc.) rein, ohne einen Sicherheitscheck (Metalldetektor und Taschenkontrolle) über sich ergehen zu lassen. Hier merkt man deutlich, wie sehr der 11. September Amerika wirklich ins Mark getroffen hat.

Auf dem Rückweg haben wir einen kleinen Zwischenstopp in Philadelphia gemacht, um uns die Independence Hall, den Gründungsort der Vereinigten Staaten von Amerika, anzuschauen. Das Gebäude war aber mehr historisch als archetektonisch beeindruckend.

Die Independence Hall von fern..

... und von nah.

Wie ihr seht, war mein Wochenende sehr beeindruckend. Es ist einfach cool, die ganzen Orte, die man sonst nur aus Filmen oder den Nachrichten kennt, in Wirklichkeit zu sehen. Außerdem ist Washington eine tolle Stadt, in der ich mich sehr wohlgefühlt habe.

Bevor es am Freitag los ging, stand am Donnerstag Abend noch ein weiteres wichtiges Event an: die CCSU Fashion Show. Nachdem wir uns mehrere Wochen darauf vorbereitet haben, war es endlich soweit. Mittags mussten die Models zum Visagisten und zum Friseur (der durch das viele Haare glätten den Feueralarm ausgelöst und damit die Show um eine halbe Stunde verzögert hat). Meine Aufgabe bei der Show war es, darauf zu achten, dass sich die Models in der richtigen Reihenfolge rechtzeitig aufstellen. Es war alles sehr hektisch, aber auch total cool, eine richtige Fashion Show mitzuerleben. Es gab zwar einen kleinen Stromausfall (eher kontraproduktiv, da eine Fashion Show sowohl Licht als auch Musik braucht), aber immerhin ist keines der Mädels hingefallen. Es war also alles in allem ein sehr erfolgreicher Abend!

Mein Highlight: das Beyoncé-Dress aus Zeitung

Gabi im Beyoncé-Dress

Der Blick von meinem "Arbeitsplatz" auf die Bühne


Oh, und ein Foto wollte ich euch nicht vorenthalten. Am Donnerstag hat es den ganzen Tag geregnet, aber kurz vor Sonnenuntergang hatten wir einen traumhaften Regenbogen:



xx,
Lisa

1 Kommentar:

  1. Hallo Lisa
    Es ist immer schön deine Berichte lesen.
    Gruss aus Offenau
    Gisela

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