Sonntag, 3. November 2013

Sie malt sich grelles Make-Up auf ihre Augen..

Hallo ihr Lieben,

diese Woche war hier (im wahrsten Sinne des Wortes) der Teufel los: Halloween stand nämlich vor der Tür. Während bei uns daheim höchstens am 31. Oktober mal eine Halloweenparty stattfindet, ist hier in den USA Halloween fast schon ein eigener Lebensstil. Seit gefühlten Wochen sind die Leute hier in Halloweenstimmung, basteln sich die tollsten Kostüme und dekorieren ihre Häuser und Zimmer als würde ihr Leben davon abhängen. Ich hatte vorher für Halloween eigentlich nicht wirklich was übrig, aber ich habe mich von der allgemeinen Vorfreude anstecken lassen.

Die wichtigste Frage war natürlich: als was verkleide ich mich? Am Anfang war ich davon überzeugt, dass ich etwas Halloween-mäßiges sein möchte und habe mich nach langer Überlegung dafür entschieden, als Fledermaus zu gehen. Die Ohren habe ich auch schnell gekauft, aber dann kam der "Schock": nirgends gab es ein Fledermauskostüm :( Zwar habe ich im Internet viele DIY-Anleitungen gefunden, aber irgendwie habe ich mich nicht kreativ genug gefühlt, mir wirklich etwas zu nähen. Das muss dann Mama übernehmen, wenn ich wieder da bin - die Ohren habe ich immerhin schon und man kann schließlich auch zu Fasching als Fledermaus gehen! Nach langen Überlegungen habe ich mich dann entschieden, als Indianer-Mädchen zu gehen. Am Anfang war ich mir nicht sicher, weil ich im Internet gesehen habe, dass viele das irgendwie als rassistisch einstufen. Aber nachdem mir meine Roomies versichert haben, dass das Kostüm total in Ordnung ist, habe ich mich schließlich davon überzeugen lassen. Außerdem habe ich sehr viele Amerikaner hier gesehen, die sich als "Deutsche", d.h. in Dirndl und Lederhosen, verkleiden. Das ist dann ja eigentlich auch nicht weniger "rassistisch". Es gibt hier ganze Läden, die sich nur auf Halloweenkostüme spezialisiert haben - und ich war wirklich begeistert, da die Auswahl unglaublich groß war.


Halloween-Store

Gruselige Clown-Deko (die man für ein paar Hundert Dollar übrigens auch kaufen konnte - ich frage mich aber, wer so ein Ding wirklich in seinem Haus stehen haben möchte..)

Weder die Venedig-Maske..
.. noch die creepy Puppen-Maske konnte mich überzeugen (Julia & Julia: erinnert euch die Maske auch irgendwie an PLL? oO)

Nachdem ich in jeder meiner Kurse berichten musste, wie Halloween in Deutschland abläuft ("Yes, we have Halloween-Parties. Yes, some kids go trick and treating. No, we don't dress up for classes..."), haben wir den Halloween-Abend in der Elmers-Bar verbracht. Es war ein toller Abend und die Kostüme der anderen Gäste waren teilweise wirklich super kreativ und toll (und freizügig, aber hey, das stört an Halloween wirklich NIEMANDEN).

Indianer-Mädchen :)
Caroline als weißer Engel, ich und Angelika als schwarzer Engel.
Gruppenfoto.

Noch mehr Fotos..

Cowgirl & Indianer-Mädchen

Alyssa & ich.

Eigentlich wollten wir am Samstag in New York auf eine Halloween-Party gehen. Leider hat sich Caroline auf dem Nachhauseweg am Donnerstag die Zähne ausgeschlagen. Nachdem der größte Schaden am Samstag dann zwar repariert wurde, sah sie aber immer noch ein bisschen demoliert aus, sodass uns der Sinn nicht mehr so richtig nach Party stand. Wir sind aber trotzdem nach New York gefahren und haben einen tollen Abend verbracht :) Allerdings gab es erst mal ein Schock: im Hotel ist uns nämlich genau das passiert, was Lydi und ich schon in Prag auf unserer Europareise erlebt haben: wir haben angeblich nur 3 Betten gebucht und kein Dreier-Zimmer. Sie haben uns dann auf zwei Zweier-Zimmer verteilt und eine von uns hätte sich das Zimmer mit einem komischen Asiaten teilen müssen, der in dem einen Zweier-Zimmer beide Betten belegt hat. Wir haben dann aber eine gute Lösung gefunden: Wir haben einfach die eine Matratze aus dem einen Zweier-Zimmer geklaut (hey, wir haben immerhin dafür bezahlt!) und in das andere Zweier-Zimmer gebracht (auf diese Idee hätten wir mal in Prag kommen sollen...) :)
Den Abend haben wir dann ganz gemütlich in New York mit einem schicken Essen, Cocktails und Kino verbracht. Wir haben - ganz Halloween-like - das Remake von Carrie gesehen und ich muss sagen, der Film war zwar ein bisschen verstörend, aber mir hat er trotzdem gefallen. Kino hier in den USA ist auch so ein Erlebnis für sich. Zum einen bekommt man keinen Platz zugeteilt wie bei uns, sondern setzt sich einfach hin, wo es Platz hat. Das heißt im Umkehrschluss auch: keine Zuschläge für Logenplätze :) Außerdem kann man hier im Kino nicht nur die klassischen Popcorn oder Nachos kaufen, sondern auch richtiges Essen wie Pizza oder anderes Fastfood, das dann genüsslich während des Films verspeist wird (was ich ziemlich gewöhnungsbedüftig finde, aber gut, hier in Amerika muss man eben überall Zugang zu Fastfood haben, man könnte sonst ja verhungern..). Außerdem werden vor dem Film nicht nur die obligatorische Anweisung, das Handy auszustellen, gezeigt, sondern auch Sicherheitshinweise. Genau wie im Flugzeug wird man darauf hingewiesen, wo sich die Notausgänge befinden. Das fande ich auch ein bisschen seltsam. Aber der Kino-Besuch war trotzdem toll und ich denke, ich werde hier noch öfter mir Filme anschauen gehen :)

Das Empire-State-Building wird zur Zeit in den Farben der amerikanischen Flagge angestrahlt :)

Im 5-stöckigen Kino gibt es nur Rolltreppen, keine normalen Treppen...

Carrie :)

Aus einem 2-Bett-Zimmer lässt sich ganz einfach ein 3-Bett-Zimmer machen!

Die Redaktion der New York Times..

Times Square bei Tag

Blick auf die Skyline von Manhattan <3

Ansonsten war die Woche eigentlich ruhig. Wir Mädels waren am Montag bei der Pediküre, die im Vergleich zu Deutschland spottbillig (23 Dollar), aber dafür auch nur halb so gut war. Aber immerhin sehen meine Füße jetzt wieder ansehlich aus :)
Am Mittwoch durfte ich einen historischen Moment miterleben (okay, eigentlich wurde ich eher von meinen Roomies gezwungen, aber was solls^^): die Boston Red Sox haben zum ersten Mal seit 96 Jahren wieder zu Hause die World Series gewonnen. Da alle meine Roomies Red Sox Fans sind, war die Stimmung hier dementsprechend ausgelassen. Ich kann Baseball immer noch nicht wirklich was abgewinnen, aber es ist immerhin interessanter als Football (aber ich kann mir auch wirklich nichts langweiligeres als Football vorstellen).
Außerdem habe ich letzte Woche zwei Sachen verloren :( Zum einen meine Blue Chip Card. Das war ein größeres Problem, weil man ohne diese Karte hier auf dem Campus aufgeschmissen ist. Man kann nicht essen gehen, man kommt nicht ins Wohnheim rein, man kann nicht in die Bib oder Wäsche waschen... Ihr seht, ohne die Karte läuft hier nichts. Ich habe die Karte irgendwann abends verloren und deshalb konnte ich keine Ersatzkarte bekommen, aber unsere Dinner-Lady hatte Mitleid mit mir und hat mich trotzdem essen lassen :) Und am nächsten Tag habe ich eine E-Mail vom Blue Chip Office bekommen, dass meine Karte abgegeben wurde und ich sie mir wieder abholen kann. Ihr seht, alles gut :) Den zweiten Gegenstand, den ich verloren habe, war für mich persönlich sogar noch ein bisschen dramatischer: meine Kopfhörer. Ich weiß nicht, wann genau es passiert ist, aber Fakt ist, dass sie auf einmal nicht mehr da waren :( Zwei Tage musste ich ohne iPod auskommen (und ihr wisst, dass ich STÄNDIG Musik höre). Aber glücklicherweise sind Kopfhörer ja einfach ersetzbar und unsere Mall hat auch einen Apple-Store. Trotzdem sollte ich in Zukunft mal darauf achten, nicht mehr ganz so zerstreut zu sein.

Inzwischen ist es hier wirklich richtig Herbst geworden. Aber nachdem wir so lange mit tollem Wetter verwöhnt wurden, kann ich das auch verkraften :)

Herbstspaziergang im nahegelegenen Park.

Tausend Küsse nach Deutschland, Niederlande, Polen, Spanien und wo auch sonst ihr euch alle rumtreibt!

xx,
Lisa

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