Donnerstag, 17. Oktober 2013

Am Anfang war der Lärm, und dieser Lärm hört niemals auf.

Hallo ihr Lieben,

viele Grüße aus dem wunderschönen herbstlichen New Britain. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön der Herbst hier ist. Es ist so warm (wir haben regelmäßig noch 20-24 Grad hier und das im OKTOBER!!) und bunt hier. Überhaupt nicht grau und regnerisch und kalt!

Das sehe ich, wenn ich aus meinem Wohnheim komme :)

Es tut mir Leid, dass ich mich schon so lang nicht mehr gemeldet habe! Ich hatte in den letzten zwei Wochen sehr viel Stress, weil meine Midterms anstanden. Midterms sind hier die Prüfungen, die nach der Hälfte des Semesters geschrieben werden. Prinzipiell finde ich diese Idee echt gut, weil man a) dann für die einzelnen Prüfungen weniger Stoff lernen muss und b) der Druck nicht so hoch ist (wenn man nämlich eine Prüfung nicht besteht, ist das nicht so dramatisch wie in Mannheim). Insgesamt werden die Prüfungen hier allgemein nicht so ernst genommen wie in Deutschland. Während ich seit einer Woche (und das ist schon extrem wenig, wie zumindest meine Mannheimer Kommilitonen wissen) intensiv lernen, machen sich alle anderen um mich herum irgendwie so gar keinen Stress. Meine Mitbewohnerin "lernt" einen Abend vor der Prüfung und auch meine anderen amerikanischen Mitstudenten waren überrascht, als sie gesehen haben, dass ich eine Woche vor der Prüfung lerne. Meine Prüfung in europäischer Geschichte war ganz gut glaube ich. Die Prüfung hatte drei Teile: Multiple Choice, Identifications und Essay. Allerdings ist es nicht so in Deutschland, dass man einfach alles lernt, sondern unsere Professorin hat uns 7 mögliche Essayfragen präsentiert, von denen dann drei in der Prüfung drankamen und wir eine bearbeiten mussten. Bei den Identifications hat sie uns vorher 15 mögliche gesagt, von denen in der Prüfung dann 7 drankamen und wir drei bearbeiten mussten. Ihr seht also, es ist schon ein wenig einfacher als in Deutschland, aber trotzdem war ich ganz schön im Stress. Mein Geografie Exam heute war eher... bescheiden. Das liegt daran, dass wir alle irgendwie nicht richtig wussten, was wir lernen sollten und wir im Unterricht auch nicht wirklich etwas besprochen haben. Die Fragen waren in der Prüfung dann aber so gezielt, dass ich sie teilweise nicht mal beantworten konnte (er hat z.B. nach bestimmten Jahreszahlen gefragt, die nicht einmal in der Powerpointpräsentation dran kamen, oder er wollte wissen, wohin die Bisons 1903 umgesiedelt wurden, was überhaupt nicht das Thema des Kurses ist sondern er einfach mal so als Anekdote erzählt hat). Naja, ich bin jetzt froh, dass es rum ist und ich hoffe, dass ich bestanden habe. Der Kurs ist nämlich sowieso nur ein IKW-Kurs, bei dem die Note nicht zählt.

Für meine Communications Classes hatte ich keine Prüfungen, sondern eine Hausarbeit bzw. ein Forschungsprojekt. Das Forschungsprojekt war ziemlich cool, aber auch sehr aufwändig. Es besteht aus drei Teilen und das Kernstück der Arbeit ist ein Interview mit einem Kriegsveteranen. Das war dann schon mal das erste Problem für mich, denn woher soll ich bitte einen Veteranen bekommen? An der CCSU gibt es aber ein Projekt über Veteranen und die haben mir geholfen, mit einen Interviewpartner zu vermitteln. Ich habe dann vor zwei Wochen einen Vietnam Veteran interviewt. Ich hab zwar in Mannheim und auch bei meinem Praktikum im Sommer schon oft Interviews geführt, aber auf Englisch war das irgendwie doch nochmal was ganz anderes. Außerdem habe ich überhaupt keine Ahnung von der U.S. Army und mein Wissen über den Vietnamkrieg ist auch nicht wirklich tiefgründig. Außerdem ist so ein Thema ja auch irgendwie ziemlich heikel und emotional. Trotzdem war das Interview ganz gut und ich habe viele interessante Sachen erfahren. Allgemein beschäftigen wir uns in einem Kurs ziemlich intensiv mit Krieg, Kriegsfilmen und der Darstellung von Krieg in den Medien. Es ist irgendwie ein komisches Gefühl, als Nicht-Amerikanerin die Sichtweisen von Amerikanern nachzuvollziehen. Das ganze Patriotsgefühl und so ist mir einfach ein bisschen fremd. Nichtsdestotrotz finde ich den Kurs super und ich lerne viele Dinge, die ich so in Mannheim sicher nicht erfahren hätte.

Ansonsten war es ruhig in letzter Zeit. Am Samstag haben wir einen kleinen Ausflug zu IKEA gemacht, weil Caroline schwedisches Essen so vermisst hat. Bei der Gelegenheit habe ich mir gleich noch einen Wäschestände gekauft, weil ich mir schon zwei Tops im Trockner ruiniert habe.

Meatballs wie Zuhause :)

Ansonsten war ich mit meinen Mitbewohnerinnen noch in einer Shisha-Bar. Wir hatten einen tollen Abend :)






So, jetzt muss ich aber Schluss machen, ich fahre nämlich gleich nach Boston, Leni besuchen :)

xx,
Lisa

P.S. Kim und Leah, schaut mal, was es gestern in der Mensa gab!!


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